In Görz ist das mittelalterliche Schloss mit
der perfekt erhaltenen Burg ein wahrhaftes Juwel;
die kleine gotische Kirche des Heiligen Geistes
und die Provinzmuseen bieten hingegen den Touristen
einen interessanten Überblick über die
Ereignisse des Großen Krieges sowie eine Sammlung
bedeutender archäologischer Fundstücke
an. Vom Schloss lässt man den Blick über
die ganze Stadt schweifen, in der die Altstadt zu
bewundern ist: hier stehen Architekturen aus dem
Mittelalter, aus dem Barock und aus dem 19. Jh.
in totaler Harmonie neben einander. Slowenien ist
bloß einen Katzensprung entfernt, im wahrhaften
Sinn des Wortes. Görz und Nova Gorica sind
eigentlich eine einheitliche Stadt und bei Spaziergängen
durch das Wohnviertel, weit entfernt von den Grenzübergängen,
kann vorkommen, dass man sich plötzlich auf
slowenischem Boden befindet.
Cormòns.
Am Fuße des Berges Quarin liegt Cormòns,
das Herz dieser Gegend. Die Architektur dieser Stadt
erinnert an die lange österreichische Herrschaft,
wie das kleine ländliche Viertel Giassico bestätigt:
hier wird jedes Jahr in August das Mitteleuropa
zelebriert, wobei man zum Geburtstag des Kaisers
Franz Joseph anstoßt. Wer dieses Gebiet an
der slowenischen Grenze besucht, wird bestimmt von
der Farbe und vom Duft der Erde („Ponka“)
verzaubert, einem Duft, der auch aus den unterirdischen
Weinkellern herkommt, wo Trauben einst in großen
Holzbottichen barfuss gepresst wurden.
Das
Collio.
Der Name "Collio" heißt Hügel
und bezieht sich seit jeher auf den Wein der Isonzo-Anhöhen,
die sich an der Grenze zwischen Italien und Slowenien
erheben. Ein Hügelgebiet an der Grenze zur
Provinz Udine, dessen sanfte Abhänge und dessen
schöne Weinberge an diesen Halden bis hin zur
Ebene des Preval den Touristen sofort auffallen.
Die reiche Geschichte dieses Gebietes stellt ein
einzigartiges Vermögen an Tradition, Erfahrung
und Professionalität dar. Der moderne Weinbau
bringt die tausendjährige Geschichte der Weine
des Collio weiterhin bestens zur Geltung. Das sich
sowohl vom Meer als auch vom Gebirge nicht weit
entfernt befindende Hügelgebiet schafft nämlich
ein absolut einzigartiges Mikroklima, was Lüftung
und Temperaturschwankung angeht; es steht in vollem
Einklang mit dem "Ponka", dem typischen
Boden des Collio, der sich bestens für den
Weinbau eignet. Diese unnachahmlichen Besonderheiten
ermöglichen die Herstellung von wertvollen
Weinen, die Stärke, Personalität, Charakter
und Eleganz in sich vereinen.
Das
Gebiet.
Die Görzer Gegend ist ein Mikrokosmos voller
Schätze, eine Gegend, in der das Hügel
in die Ebene aufgeht und die Ebene mit dem Meer
in harmonischem Einklang steht, wo die Düfte
und Geschmäcke der Küche sich mit einzigartigen
und unverwechselbaren Landschaften, Umwelt und Kultur
treffen. Von Weinberg zu Weinberg erreicht man durch
San Floriano del Collio, wo ein wunderschönes
Schloss emporragt, Piuma, ein naturalistisches Gebiet,
das den idealen Hintergrund für Spaziergänge
darstellt. Der Park dehnt sich entlang dem Fluss
Isonzo aus und bietet im Frühling einen bezaubernden
Blick an: das Blühen des Azaleengartens, ein
2,5 Hektar breites Gelände, wo die Farbe der
Blumen so stark ist, dass es atemberaubend wirkt.
Auf dem Görzer Karst, der die natürliche
Grenze zur Provinz Triest darstellt, kann man eine
Dolinenlandschaft sehen, die hie und da strauchartige
Wachholder sowie Färberbäume aufweist
und die sich bis zur natürlichen Reserve von
Pietrarossa und zum See Doberdò ausdehnt.
Der
Große Krieg.
Unsere Erinnerung geht an den Ersten Weltkrieg,
wenn wir uns Redipuglia nähern. Die stattliche
Freitreppe führt zum berühmten Kriegerdenkmal
von Redipuglia, in dem die Leichen von hunderttausend
Gefallenen des Ersten Weltkrieges aufbewahrt sind;
es sind zweiundzwanzig große Treppenstufen
auf dem Hügel neben dem Berg Sei Busi (Schauplatz
vieler Kämpfe), die zu drei belichteten Kreuzen
und einer Kapelle führen. Die monumentale und
spektakuläre Treppe stellt symbolisch eine
riesige Aufstellung von Soldaten in die Höhe
hinauf dar; vor der Treppe windet sich eine Straße,
die von Bronzengrabsteinen gesäumt ist, auf
denen die Orte eingraviert sind, an denen die Dritte
Armee gekämpft hat. Die Namen der vierzigtausend
bekannten Soldaten, die hier begraben sind, wurden
auf Bronzengedenktafeln eingraviert, über denen
das Wort "presente" (hier!, aber auch
anwesend) herrscht. In zwei Seitenräumen befindet
sich ein Museum mit Resten aus dem Ersten Weltkrieg.
Schützengräben und Kriegswege sind immer
noch auf dem nahen Berg San Michele zu sehen, ein
Vorgeschmack dessen, was der restliche Karst, der
Berg Calvario und der Sabotino anbieten.