Beeindruckende byzantinische Kunstwerke und ein Wanderweg entlang der adriatischen Küste, durch Sanddünen und Pinienwälder – nur zwei der unzähligen Attraktionen Ravennas.
Ravenna – Stadt der Kunst.
Eine der interessantesten Städte der Emilia-Romagna ist Ravenna; einzigartig ist sie wegen der vielen frühchristlichen und byzantinischen Monumente die das Stadtbild prägen. Sehenswert sind auf jeden Fall die Basiliken „San Vitale“ und „Sant’Apollinare Nuovo“, das Baptisterium „Neoniano“ und das Mausoleum „Galla Placidia“. In Ravenna befindet sich auch das Grab des 1321 verstorbenen, großen italienischen Dichters, Dante Alighieri.
Eines der größten frühchristlichen Bauwerke ist die Basilika „San Vitale“ aus dem Jahre 525. Das Innere ist außergewöhnlich lebhaft gestaltet, mit Marmor- und Mosaikverzierungen. Besonders hervor zu heben sind die prächtigen Mosaike, in den Farben Grün und Gold, die das Presbyterium und die Apside schmücken. Gleich neben der Basilika steht ein weiteres Meisterwerk, das Mausoleum „Galla Placida“ aus dem 5. Jh. Auch das Mausoleum, wahrscheinlich von der Kaiserin errichtet, ist reich an großartigen, noch gut erhaltenen, Mosaiken im klassizistischen Stil. Die perfekt eingestellte Beleuchtung lässt die wunderschönen Mosaike noch harmonischer und die Farben - lebhaftes Pfauenblau, Moosgrün, Gold und Orange - noch leuchtender glänzen. Von beträchtlicher Bedeutung ist auch die Basilika „Sant’Apollinare Nuovo’“, die im 6. Jh. der Ostgotenkönig Theoderich ursprünglich als Hofkirche erbauen ließ. Später wurde sie dann zur katholischen Kirche geweiht. Das Innere verzieren große, leuchtende Mosaike, einige in klassizistischem Stil, andere im byzantinischen. Auch die Kuppel des Baptisteriums „Neoniano“ aus dem 5. Jh. ist mit wunderschönen Mosaiken verziert.
Die Umgebung.
Zwei Reiserouten kann man in der Umgebung von Ravenna, genauer gesagt im Regionalpark „Delta del Po, einschlagen. Der Regionalpark, mit seinen vielen Pflanzen- und Tierarten, ist von großem naturalistischen Interesse.
Die erste Route führt am Mausoleum von Theoderich (520) vorbei und durchdringt den Pinienwald an der Küste. Die zweite führt zur Basilika „Sant’Apollinare in Classe“ in einem archäologisch erforschten Gebiet der Stadt Classe, in dem man unter anderem auch die Reste des alten Hafens von Ravenna bewundern kann. Nicht weit von der Basilika entfernt erstreckt sich der Pinienwald von Classe. Er ist Teil eines Waldes zu dem auch die Pinienwälder „San Vitale“ und „Cervia“ gehören. Von den drei Wäldern ist aber jener von Classe der malerischste; er wurde sogar schon von Dante und Boccaccio gepriesen.
Die adriatische Küste.
Cervia mit Milano Marittima ist eines der beliebtesten Badezentren an der romagnolischen Küste. Im östlichen Stadtviertel hielt sich die Schriftstellerin Grazia Deledda des öfteren auf; ihr ist sogar ein Monument gewidmet. Das Stadtzentrum ist aus dem 18. Jahrhundert. Die nahe Umgebung charakterisieren die Gewässer eines uralten Salzwerkes und die Reste des berühmten Pinienwaldes von Cervia.
Wenn man die Küste entlang, in Richtung Venedig fährt, trifft man auf den Fischerort Porto Garibaldi, ein reizender Urlaubsort. Weiter nördlich kommt man nach Comacchio, eine der wenigen Städte, die den Übernamen „Wasserstadt“ verdient; sie ist auf dreizehn, von Kanälen getrennten, Inseln gebaut, die über eine Vielzahl von Brücken miteinander verbunden sind. Der schönste Platz der Stadt ist das Gebäude „Trepponti“ aus dem Jahre 1634, von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf die Comacchio-Täler hat. Diese Schönheit lädt ein, die römische Panoramastraße „Argine Agosta“ im Inland entlang zu wandern und eine einzigartige Seen- und Wiesenlandschaft zu bewundern. Ein Bootsausflug macht den Ausflug in dieser verführerischen Gegend komplett. Comacchio ist auch für die wichtigste Aalzucht Italiens bekannt.
Weiter nördlich trifft man auf das bezaubernde Naturschutzgebiet „Gran Bosco della Mesola“ mit seinen Wald- und Sumpfflächen. Nur ein Teil des Parkes ist für Besucher zugänglich.
Die nächste Ortschaft ist Mesola, altes Feudalgebiet und gleichzeitig Sommerresidenz der Herrscherfamilie der Este. Zeugen der Vergangenheit sind hier die Reste eines Schlosses aus dem 17. Jahrhundert.
Das Frühlingsfest.
Das Frühlingsfest ist eine Jahrhunderte alte Veranstaltung, die am letzten April-Wochenende in Ravenna abgehalten wird. In der Nacht vom Samstag wird eine riesige, eine alte Frau darstellende Figur, nach einem besonderen Ritual verbrannt um so die neue Jahreszeit einzuleiten. Am Sonntag nachmittag findet ein kunterbunter Wagenumzug statt.
Faenza und seine Keramik.
Die Stadt Faenza ist für die Keramik- und Majolikaproduktion in der ganzen Welt bekannt.
Die französische Übersetzung des Ortsnamen ist „faience“, und heißt in den europäischen Sprachen „Majolika“, eine Keramikart, die in den lokalen Werkstätten hergestellt wird. Im Jahre 1908 wurde dieser Kunst ein Museum gewidmet, das „Museo Internazionale delle Ceramiche“, welches nach dem 2. Weltkrieg wieder komplett neu aufgebaut werden musste.