Piacenza.
Ein reizendes Hügelgebiet begleitet Sie auf Ihrer Reise in der Provinz Piacenza: Weinberge, Schlösser, alte Ortschaften und ein malerisches, dem Mittelalter-Stil nachgebautes, Dorf.
Die Stadt Piacenza
Am rechten Ufer des Po liegt die, vorwiegend mittelalterlich geprägte, Stadt Piacenza.
Von großer Bedeutung war die Stadt zur Zeit der Stadtstaaten und der Renaissance als sie, im Jahre 1545, unter der Familie der Farneser, zusammen mit Piacenza, Herzogtum war. Von ihrer reichen Vergangenheit zeugen eine Vielzahl von Bauwerken aus dem Mittelalter und der Renaissance-Zeit. Die wichtigsten sind der romanische Dom, die Kirche „San Sisto“ und der „Palazzo Farnese“ aus der Renaissance, sowie die Basilika „San Antonio“ aus dem 11. Jh..
Der „Palazzo Comunale“ oder auch „Palazzo Gotico“ genannt, aus dem 14. Jh., ist eines der schillerndsten Gebäude und der Stolz der Stadt. Vor dem Palast stehen zwei Reiterstatuen der Farneser.
Die wichtigsten Zentren sind Fiorenzuola d’Arda und Castel San Giovanni mit den Agrarmärkten. Im Umland liegt auch Cortemaggiore, eine der größten Kohlenwasserstoff-Industrien Italiens, und Bobbio, ein Städtchen im Apennin, berühmt für die antike Abtei „San Colombano“.
Die „lachenden“ Hügel Piacenzas
Eine ganz eigenartige Geschichte hat das kleine Dorf Grazzano Visconti. Es wurde im frühen 20. Jh. vom Mailänder Graf und Unternehmer Giuseppe Visconte di Modrone sozusagen „erfunden“. Der Ort erhebt sich auf den Resten eines Schlosses aus dem 14. Jh.; Türme, Zinnenkränze, Säulengänge, Brunnen und Lauben im neo-mittelalterlichen Stil, mitten im Grünen, schaffen eine faszinierende und bezaubernde Atmosphäre.
Vorbei an Bettola und Fusella erreicht man das archäologische Forschungsgebiet Velleia. Während der Ausgrabungen, die Ende des 18. Jh. vom Grafen von Piacenza, Philipp von Bourbone, eingeleitet wurden, legte man das alte romanische Rathaus frei. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche, wertvolle Fundstücke entdeckt: Geschirr, Bronzen und Inschriften; die Funde sind heute im archäologischen Museum von Piacenza ausgestellt.
20 km von der Ausgrabungsstätte entfernt, liegt auf einem Hügel der antike und sagenhafte Ort Castell’Arquato. Ureinwohner waren wahrscheinlich ligurische Völker, später stritten sich Jahrhunderte lang die Familien der Sforza von Mailand und der Sforza von Santa Fiora um das Gebiet, die es dann schließlich unter die Verwaltung der Farneser stellten.
Über Nebenstraßen gelangt man zu den renommierten Thermen von Salsomaggiore, inmitten einer blühenden Mulde, zwischen den Hängen des Apennins. Die Thermen sind modern und elegant ausgestattet und bieten jede Menge Unterhaltung.
Nicht weit von Salsomaggiore entfernt liegt die schöne, romanische Stadt Fidenza mit ihrem sehenswerten mittelalterlichen Dom.
Kultur- und Panoramastraße längs des Po
Charakteristisch für die Landschaft der Provinz Piacenza sind die mittelalterlichen Schlösser, vor allem in der Gegend zwischen Castelgiovanni, eine Ortschaft aus dem 13. Jh., und Piacenza. Sehenswerte Schlösser gibt es auch in Sarmato, in Santimento in der Gemeine Rottofreno und in Calendasco sowie im Osten von Piacenza, in Caorso. In der Naturzone „Oasi De Pineda“ ist eine reiche Flora und Fauna beheimatet. In der „bassa pianura“, im östlichsten Teil der Po-Ebene, trifft man auf San Pietro in Cerro, Cortemaggiore und, einige Kilometer weiter, Fiorenzuola, zweitwichtigste Stadt der Provinz, mit der Kollegiatskirche aus dem 14. Jh., San Fiorenzo.
Das Museum des Po
In Monticelli d’Ongina kann man das Ethnografie-Museum des Po besichtigen, eine dokumentierte Ausstellung über die Jahrhunderte alte Kultur und das Leben der Bewohner dieser Ebene: Geräte zur Bodenbearbeitung, bäuerliche und handwerkliche Gegenstände, Schiffe, Fischereiutensilien, Laternen und Anker hat der Fluss nach und nach freigegeben. Ein paar Räume weiter ist ein Aquarium eingerichtet, das den Besuchern die reiche Unterwasserwelt des Flusses näher bringt.
Ausgezeichnete Weine und Volksfeste
In der Zone von Piacenza wachsen erlesene und berühmte Weine wie der Barbera, der Bonaria und der Malvasia.
Die Weinproduktionsbetriebe garantieren für die Qualität und Reinheit der Weine. Die Trauben kommen aus biologisch kontrollierten Anbauflächen, wo sie in perfektem Einklang zwischen Technologie und Tradition heranreifen. Die Weinverkostungen werden oft von Kostproben aus der Küche Piacenzas begleitet.
Mit einem mittelalterlichen Bankett werden in Castell’Arquato Ereignisse und Persönlichkeiten aus der Vergangenheit in Erinnerung gerufen. Im mittelalterlichen Ort Grazzano Visconti wird am letzten Sonntag im Mai ein historischer Umzug und ein Reitturnier zwischen den alten Häusern abgehalten. In der Faschingswoche feiert man in Fiorenzuola die „Zobia“. Die Ursprünge dieses Festes gehen auf das 16. Jh. und die damalige jüdische Siedlung zurück. Typisches Kostüm ist die jüdische Maske, eine arme, zerlumpte Verkleidung.