Auch Feinschmecker kommen in der Emilia Romagna voll
auf ihre Kosten. Es ist eher die Qual der Wahl, die Urlaubern
angesichts all der köstlichen Verlockungen zusetzt.
Es ist vor allem die Pasta in all ihren Variationen, die
hier zu den kulinarischen Hauptdarstellern zählt.
Die Heimat des weltbekannten Parmaschinkens, des viel
gerühmten Parmesankäses und des Aceto Balsamico
aus Modena verspricht jedoch auch jenseits der Pasta kulinarische
Freuden erster Güte. Urlauber lernen diese am besten
entlang der 13 kulinarischen Weinstraßen, der „Strade
dei vini e dei sapori“, kennen.
Einfache, geschmackvolle Gerichte. So lässt sich
die Küche der Emilia Romagna beschreiben, die Stars
wie den Parmesankäse - Parmigiano Reggiano - und
den Parmaschinken vorzuweisen hat. Es ist eine Region
für Feinschmecker, und neben der herkömmlichen
historisch-künstlerischen Rundreise bietet sich eine
Schlemmerreise mit Aufenthalten "nach Gusto"
an. Erster Aufenthalt könnte Bologna sein, wo Sie
Mortadella in Stückchen oder in dünne Scheiben
geschnitten, Tagliatelle mit Ragout und Tortellini probieren
können. Weiter führt die Reise in Richtung Reggio
Emilia, wo der typische Erbazzone (pikanter Spinatkuchen)
serviert wird, in Piacenza probieren Sie Tortelloni und
in Modena den Zampone (gefüllter Schweinefuß),
Aceto Balsamico (Essig aus Traubenmost), die "Bomba
di Riso" ("Reisbombe" zu im Sud gegartem
Täubchen) und Tortelli mit Kürbis. In Parma gilt es, den Culatello di Zibello (luftgetrockneter, geschnürter
Schinken), Tortelli mit Kräutern und natürlich
rohen Schinken zu probieren. Gefolgt von Piacenza mit
seinen Pisarei e Faso (kleine Kartoffelklößchen
mit Bohnen) und Ferrara mit den Burricche (einer besonderen
Lammart). In der ganzen Region isst man die Piadina (vorzügliches,
dünnes Fladenbrot aus Wasser, Mehl und Salz) einfach
ohne alles oder mit Aufschnitt, Käsesorten oder verschiedenen
Füllungen. Ein weiterer Schatz der Region ist der
Wein. Berühmte Sorten wie der Gutturnio, der auf
den Hügeln um Piacenza angebaut wird, der Trebbiano
sowie Lambrusco, Barbera, Sauvignon und Sangiovese stammen
aus dieser Region. Der Nachtisch, der die Schlemmerreise
beendet, sollte aus Amaretti aus San Geminiano, Torta
Nera (Kuchen aus Schokolade und bitteren Mandeln) und
Lupini (süße Teigkügelchen) bestehen.
Parmigiano Reggiano.
Den „formaggio parmigiano gratuggiato“ (geriebener Parmesankäse) kannte man schon zur Zeit des berühmten italienischen Schriftstellers und Dichters, Giovanni Boccaccio (1313 – 1375). In seinem berühmtesten Werk „Decameron“ wird der Käse bereits erwähnt, woraus man schließen kann, dass die Tradition der Parmesan-Herstellung noch älter ist. Nach wie vor ist der Parmigiano-Reggiano ein Produkt von höchster Qualität, das seit 1996 auch durch die Ursprungsbezeichnung DOP geschützt ist.
Um ein Kilo des Hartkäses herzustellen benötigt man 16 Liter an hochwertiger Milch. Jeder Käselaib ist mit Produktionsmonat und –jahr, einer progressiven Nummer sowie der Nummer der Käserei versehen. Die Konservierung ist nur auf die hohe Qualität der Zutaten und auf die sorgfältige Herstellung zurückzuführen: der Parmigiano-Reggiano enthält weder Konservierungsstoffe noch Farbstoffe. Nach der Reifezeit, die zwischen 12 und 36 Monate beträgt, wird der Käse einer Endkontrolle unterzogen und vom Herstellerverband „Consorzio del Parmigiano Reggiano“ gebrandmarkt; nun kann der Käse in den Handel kommen.
Produziert wird der Käse in den Provinzen Parma, Reggio Emilia, Modena und teilweise auch in Mantua und Bologna.