In einer besonderen Position liegt die Provinz Bologna als Verbindungsglied zwischen Po-Ebene und der eigentlichen Halbinsel. Es bieten sich sowohl Wanderungen in der Ebene, entlang der Flüsse Reno und Panaro, als auch im Hügelgebiet, zwischen den Bergen Santerno und Senio im Osten, zwischen Reno und Panaro, zwischen Dardagna und Scoltenna im Westen, an.
Die Ausflugsrouten.
Die Provinz war zuerst unter etruskischer Herrschaft, dann unter gälischer und wurde schließlich römische Kolonie; Ruhm und Macht erlangte die Stadt Bologna im Jahre 1249, mit der siegreichen Schlacht von Fossalta und der Gefangennahme von König Enzo, Sohn von Kaiser Friedrich II. Innerhalb der Stadtmauern von Bologna – einige Reste sind übrigens noch erhalten - wurde im 11. Jh. die erste Universität der Welt gegründet. In der Altstadt kann man heute noch alte Plätze, Kirchen und Tore bewundern. Nicht auslassen sollten Sie Piazza Maggiore und die Kathedrale San Pietro, das staatliche Archäologiemuseum und das Evolutionsmuseum, die zwei Türme und das jüdische Viertel, die langen Lauben, den Pavillon und die Kartause.
Außerhalb der Stadt, an den Füßen des Apennins, liegt Casalecchio di Reno (früher „Casalinum“ – Häuseransammlung) am gleichnamigen Fluss. Die antike Ortschaft ist ein beliebtes Ziel für Freunde der guten Küche. Dass der Ort uralt ist, belegen Fundstücke aus der Steinzeit, die im Nachbarort Tizzano ausgegraben wurden. Direkt am Reno liegt eine Kirche aus dem Jahre 1360.
Einen Ausflug wert ist sicher die weite Ebene mit ihren beeindruckenden Dörfchen. Weltweit bekannt ist Budrio für das Musikinstrument Okarina, das hier von Giuseppe Donati erfunden wurde. Das Okarina-Museum ist ebenso sehenswert wie das Terrakotta-Museum, das Handpuppen-Museum , die staatliche Pinakothek „D’Inzaghi“, das archäologische und das steinzeitliche Museum. All das, in einer wirklich wunderschönen, mit Villen geschmückten, Landschaft. In der Ortschaft Bagnarola können Sie das hufeisenförmige Gebäude „Floriano“, auch "kleines bolognesisches Versailles" genannt, besichtigen. Nennenswert sind auch Castelguelfo, ein mit Mauern und Schutzwällen befestigter Ort, Castenaso und Medicina (bekannt für die Zwiebeln) und Mordano mit seinen Zwillingstürmen. Eine der schönsten Ortschaften der Provinz Bologna ist die etruskische Stadt Marzabotto, deren Name von „Marza Bot“ abgeleitet wurde; „Marza Bot“ beschreibt die Fässer die zur Hanfaufweichung dienten.
Die Bergliebhaber sollten sich den Monte Bibele, mit den drei Hauptgipfeln Monte Bibele, Tamburino und Monte Savino, nicht entgehen lassen. Den Namen hat der Berg von den vielen Quellwassern; „bib“ kommt aus dem lateinischen und bedeutet „trinken“, wörtlich übersetzt bedeutet „Monte bibulo“, wie der Berg im Mittelalter genannt wurde, „trinkbarer Berg“. Ebenso beeindruckend sind der überhängende Felssporn der die Täler Indice und Zena dominiert sowie der Wallfahrtsort „Santa Maria di Zena“, auch bekannt als Ameisen-Berg. Ein einzigartiges Naturschauspiel bietet sich hier: Jedes Jahr bevölkern Schwärme von fliegenden Ameisen-Männchen der Gattung Mirmyca Scabrinodis aus Mitteleuropa den Berg um ihren Brautflug auszuführen. Nach der Befruchtung sterben Tausende Ameisen. Eine fast wunderkräftige Bedeutung wird diesem Ereignis zugeschrieben, es wird als eine Art Geschenk an die Heilige Jungfrau gedeutet.
Auch ideale Trekking- und Radfahrmöglichkeiten bietet das Gebiet längs des Zena- und Indicetals. Die Freeclimbing-Fans finden in Badolo optimale Voraussetzungen, perfektes Birdwatching kann man in Bora di San Giovanni machen.
Beliebte Ausflugsziele sind auch die Ortschaft Pieve di Cento aus dem 18. Jh., die mit optimal erhaltenen Zeugnissen aus dem Mittelalter und der Spät-Renaissance aufwartet, sowie das Schloss d’Argile zwischen dem Navile-Kanal und dem Reno, und die Altstadt von Imola.
Essen und Trinken.
In den kleinen Gassen der Provinzhauptstadt Bologna kann man sozusagen den Tortellini-Herstellern über die Schulter schauen. Dieses Land ist das Paradies der Pasta-Gerichte: Berühmt sind die gefüllten Teigwaren in Ring-, Hut-, Bonbon- oder Schnörkelform. Die bekanntesten Tortellini Bolognas sind mit einer Masse aus Fleisch, Mortadella und Schinken gefüllt und werden in Suppen serviert (außer man wünscht sie ausdrücklich ohne Suppe). Probieren muss man auch die Tortelloni mit Ricotta-Spinat-Füllung, die mit geschmolzener Butter und Salbei serviert werden. Eine köstliche Vorspeise ist auch die "Lasagne al forno".
Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte dieses Landes sind Getreide, Viehfutter, Zuckerr übe und verschiedene Obstsorten. Ebenso in die bolognesische Küche gehören auf unterschiedlicher Weise zubereitete Fleischgerichte: Fasan, Ente, Wildschwein und Hase, Schweinebraten und gekochtes Rindfleisch sind typisch für die Region. Genauso typisch sind in Suppen gekochte Schweinswürste und „zampone“ (gefüllte Schweinshaxe) sowie Rind- Hühner- und Kalbfleischteile.
Typische Spezialität ist auch die Mortadella. Sie wird in Würfel geschnitten zum Aperitif oder in feinen Scheiben, zusammen mit anderen Wurstwaren, als Antipasto serviert, aber auch als Füllung für diverse Gerichte verwendet. Nicht zu vergessen die Spargeln aus Altedo, die auf verschiedene Arten zubereitet werden. Für seine Kartoffeln wurde eine kleine Ortschaft in der Nähe von Savigno, am Fuße des Preapennins, bekannt.
Aus den „colli bolognesi“ stammen hervorragende DOC-Weine: die Weißweine Bianco Pignoletto, Pinot Bianco, Riesling italico, Sauvignon, sowie die Rotweine Barbera, Cabernet Sauvignon und Merlot.
Die Feste.
An Christi Himmelfahrt findet in Bologna die Arcate-Prozession statt.
In Casalecchio feiert man im November ein Fest zu Ehren des Schutzpatrons San Martino: Musik, Vorführungen, Straßenartisten, gastronomische Ständchen und ein Markt im Gianni Rodari-Park umrahmen das Fest. Jedes Jahr werden ungarische Köchinnen eingeladen, die typische ungarische Gerichte, wie das berühmte Gulasch, zubereiten.
In Imola findet die Veranstaltung „Lume a marzo“ statt, in Medicina wird das Barbarossa-Fest mit dem „Palio della Serpe“ (Schlangen-Palio) abgehalten. Der zweite Sonntag im März ist Tag der „festa della saracca“ in Monteveglio (saracca bedeutet trockener Hering). In Castel del Rio werden Anfang Juli Mittelalter-Feste abgehalten, wie der „Palio del Biroccio“.