Lecce.
Zwischen der Adria und dem Ionischen Meer liegt Lecce. Am Stöckel des Stiefels prägen flache, fruchtbare Feldern und Olivenhaine die Landschaft. Die barocken Bauten “leccese“ verbreiten eine prähistorische Atmosphäre.
Der Barock Lecce´s
Die Stadt Lecce liegt am Fuß der Hochebene von Salento. Sie ist eine der interessantesten Städte der Region. Die bekanntesten Bauwerke sind die Präfektur, der Dom, die Basilika di S.Croce, die Kirche S.Irene, der Palazzo del Seminario und die vielen Patrizierhäuser. Diese Bauwerke weisen die typischen Eigenschaften des “barocco leccese“ auf. Dieser unterscheidet sich wesentlich von dem majestätischen Barock Roms und dem strengen Barock von Turin, da der “barocco leccese“ sichtlich prunkvoller ist und andere Materialen verwendet. Das Baugestein ist sehr zart und von heller Farbe. Dank der vielen atemberaubenden Bauwerke wird Lecce auch das “Florenz von Apulien“ genannt.
Das Land
Auf dem Land findet man fruchtbare Hügel an denen Terrassen angelegt wurden. Diese führen langsam hinab bis hin zum Meer (der Adria und dem Ionischen Meer). Hier findet man zackige Küsten, einsame Strände und eindrucksvolle Grotten. Die Küste der Provinz erstreckt sich über das ganze äußere Gebiet der Salentinischen Halbinsel bis hin zu S. Maria di Leuca (äußerste Zipfel Italiens im Mittelmeer). Die größten Städte liegen im Landesinneren und sind Nardó und Galatina (bekannt für ihre landwirtschaftlichen Märkte). Die größte Stadt an der Küste der Adria ist Otranto, die östlichste Stadt Italiens. Otranto ist ein beliebter Badeort und besitzt dazu einen wichtigen Fischerhafen. Das Landschaftsbild ist gekennzeichnet durch Palmen, breiten Mauern und einer linearen Architektur.Ungewöhnliche Details erinnern an die Vergangenheit: ein spanischer Balkon, ein barocker Hafen, ein imponierendes Schloss der Aragonen und eine romanische Kathedrale (hier ruhen die 800 Märtyrer, die 1480 von den Türken ermordet wurden). Neben diesen antiken Plätzen findet man hier auch ein lebendiges Nachtleben. Zahlreich Touristen und Jugendliche machen hier die Nacht zum Tag.
Für die Liebhaber der Ruhe: man muss nur einige Kilometer fahren um absolute Ruhe genießen zu können. Inmitten von Olivenhainen stören nur Grillen diese herrliche Ruhe. Die Orte überraschen durch Ordnung uns Sauberkeit. Die Umgebung von Otranto ist geprägt von der Macchia Mediterranea und von Klippen. An der adriatischen Küste kann man eine wahrlich vielfältige Naturlandschaft erleben. Vorgebirge und Klippen im Süden, Grotten, Schluchten und Sanddünen im Norden. Zieht man entlang der zackigen und zerklüfteten Küste des Ionischen Meers, erreicht man das renommierte Gallipoli. Dort befindet sich zudem einer der wichtigsten Häfen der Region. Die Stadt ist auf einer Insel erbaut und ist durch eine Brücke aus dem 17. Jh. mit dem Festland verbunden. Im antiken Teil der Stadt, der entlang der alten Stadtmauer verläuft, findet man Kirchen und Herrenhäuser. In dem neuen Teil fallen vor allem der Wolkenkratzer, die Fontäne Greca und das Schloss Angioino auf.
Das Handwerk
In Lecce wird seit dem XIX Jh. Pappmache verarbeitet. Mit der Zeit wurden die „cartapestai salentini“ Meister im Herstellen von Krippenfiguren. Diese kunstvollen Figuren sind heute Objekte der Begierde für viele Sammler.
Essen und Trinken
Die Küche der Provinz Lecce ist vor allem durch das Verwenden von sehr viel Gemüse charakterisiert. Traditionell sind besonders die alten Bauerngerichte wie Suppen und das bekannte “pasta e ceci“ (Nudeln mit Kichererbsen). Köstlich schmeckt die gewürzte “salsiccia leccese“ (Wurst), die aus Kalbs- und Schweinefleisch gemacht wird und mit Zimt und Gewürznelken gewürzt wird. Auch erstklassige Käse werden hier hergestellt wie der Cacioricotta und der Giuncata. Besonders rein ist das Olivenöl Extra Vergine von Otranto.
Der Markt di Santa Lucia
Schon im XVII Jh. fand in Lecce dieser bekannte Markt statt, auf dem die verschiedensten Waren angeboten wurden. Der Markt wird jährlich am 13. Dezember, dem Tag der Santa Lucia, eröffnet und endet am Weihnachtsabend. Heute werden vor allem Schmuckstücke für Krippen angeboten. Diese Tradition entstand mit der Anwesenheit des heiligen Francesco d´Assisi in Lecce. Hier ist man überzeugt, dass damals die Faszination für die Weihnachtsgeschichte vom Heiligen zu den Einheimischen übergesprungen ist. Mehr als 100 Künstler verkaufen ihre Werke. Schlendert man durch die verschiedenen Stände des Markts, fühlt man sich in eine vergangene Zeit zurückversetzt.