Foggia.
Foggia ist die Stadt mit dem wenigsten Niederschlag in Italien. Mit seiner Provinz erstreckt sich Foggia vom Herzen der wichtigsten Ebene Süditaliens bis hin zum Vorgebirge des Gargano. Dem Besucher wird hier eine traumhaft abwechslungsreiche Landschaft geboten.
Foggia
Die Stadt Foggia befindet sich im Zentrum der Tavoliere, der größten Ebene Mittel- und Süditaliens. Obwohl die Stadt antike Wurzeln hat, erscheint sie modern. Die Gründe dafür sind ein schweres Erdbeben im Jahre 1731 und die vielen Bebombungen während des 2. Weltkrieges. Aus diesen Gründen musste fast die gesamte Stadt neu erbaut werden.
Foggia ist das Zentrum der Capitanata, die sich vom Vorgebirge des Gargano bis zu Ofanto in der Tavoliere erstreckt und im Landesinneren bis zum Appenin Neapels reicht. Den Namen hat diese Landschaft von den Capitani, welche dieses Gebiet zur Zeit der Byzantiner regierten.
Kunst und Geschichte
Foggia gewann an geschichtlicher Wichtigkeit durch die Präsenz von Friedrich II. Dieser lies hier seinen prächtigen Wohnsitz und schützende Mauern erbauen. Nach dem Kampf zwischen den Hohenstaufern und dem Papst, fanden di “foggiani“ die Gelegenheit sich gegen Friedrich aufzulehnen. Dieser zerstörte daraufhin die Festungen die er selbst erbauen lies. Später wurde Foggia auch Wohnsitz von Karl I, der hier 1285 verstarb. Da die Stadt Karl V die Treue hielt, viel sie 1528 einer schrecklichen Plünderung durch die Truppen von Lutrec zum Opfer. Die wichtigsten Bauten hier sind: die Kathedrale (eine der größten und schönsten Kirchen der Capitanata , im Auftrag von Gugliemo il Buono erbaut), der Palazzo de Rosa und die Kirchen von Croci und S. Giovanni.
Ortschaften im Landesinnern
Die größten Städte der Provinz sind San Severo (bekannt für seinen Weinmarkt) und Cerignola. Cerignola liegt im Zentrum eines Gebietes in dem hauptsächlich Getreide und Gemüse angebaut wird. Wichtig sind auch Toia (für seine wunderschöne mittelalterliche Kathedrale) und Fortezza Angioina (mit dem Dom aus dem14. Jh. und dem romanischen Amphitheater)
Ortschaften an der Küste
Die bekanntesten Städte an der adriatischen Küste sind: Manfredonia (liegt mit seinem Fischerhafen am gleichnamigen Golf), Margherita di Savoia (besitzt die größte Saline Italiens), Vieste, Peschici und Rodi Garganico. Zur Provinz Foggia gehört auch die kleine Inselgruppe der Tremiti. Auf den Inseln kann man noch unberührte Naturlandschaften bewundern. Tremiti ist besonders bei den Liebhabern des Tauchsports beliebt, aufgrund seiner zauberhaften Unterwasserlandschaften.
Das Gargano
Das schönste Gebiet der Capitanata findet man im Vorgebirge des Gargano. Diese märchenhafte Landschaft setzt sich zusammen aus duftenden Pinienwäldern, zauberhaften Gärten, blauen Grotten und unvergleichlich schönen, zackigen Einbuchtungen. Das heutige Vorgebirge sind die sehbaren Reste des Landes der Adria, das im Laufe der Zeit vom Meer versenkt wurde. So gehörte Gargano zu einem Landstück, dass sich bis zu den illyrischen Küsten ausstreckte. In diesem Gebiet eingeschlossen, befand sich ein immenser See mit der Inselgruppe Tremiti und den 999 Inseln Dalmatiens darin.
Das Gargano streckt sich bis 65 km bis ins Meer vor. Es ist das einzige Gebirgsgebiet der Provinz Foggia und auch der gesamten Region Apuliens. Die historisch wichtigen Städte liegen fast ausschließlich in den Gebirgsgebieten und sind Arpi, Siponto, Herdonae, Teanum, Apulum, Ausculum, Solatia, Aecae, Uria und Merinum. Der Tourismus blüht hier vor allem an den Küsten von Lesina bis Manfredonia.
Handwerk
In San Giovanni Rotondo und in Trinitapoli finden wir den chiacchierino pugliese (Schwätzer Apuliens, kunstvolle Lochstickereien ). In Carpino werden noch immer antike Techniken beim Weben verwendet.
Essen und Trinken
Die gesamte Region ist gekennzeichnet von einer starken Verbundenheit zur Landwirtschaft. Die Provinz Foggia, im Zentrum der Tavoliere Ebene, ist der Hauptproduzent von Gemüse und Getreide der Region. Unausweichlich ist deshalb auch die Küche von dieser antiken Verbundenheit mit den Schätzen des Bodens inspiriert. Typische Gerichte hier sind: die klassischen “orecchiette“, Suppen wie die “maritata“ (mit Gemüse, Schafskäse und Bauchspeck) oder das “ncapriata“ (mit Saubohnen, Zichorie und anderen Wildkräutern). Vor allem an der Grenze zur Region Molise werden bekannte Käse hergestellt wie der Caciogargano, der Canestrato oder der Cacicavallo Podalico. Unter den klassischen Produkten der Provinz ist auch die Muscica (Wurst) zu erwähnen. Sie wird hergestellt aus dem Fleisch von Schafen, Ziegen und Kälbern. Vor dem Verzehr wird sie auf Kohlenglut angegrillt. Natürlich wird hier auch köstliches Olivenöl Extra Vergine hergestellt.
Padre Pio
Padre Pio von Pietrelcina hat seine Wurzeln im Dorf von San Giovammi Rotondo, im Herzen des Galgano. Padre Pio ist wohl einer der am meisten verehrtesten und umstrittesten Personen des 20. Jahrhunderts. Unzählige Pilger kommen jedes Jahr in dieses Gebiet um den heilig gesprochenen Kapuzinermönch zu verehren. Neben dem alten Kapuzinerorden, in dem Padre Pio 1916 lebte, findet man den Wallfahrtsort Santa Maria delle Grazie mit der Kirche chiesa maggiore. Erst kürzlich wurde hier nach den Plänen des Architekten Renz Piano eine neue Kirche erbaut. Mit dem Bau dieser Kirche wollte man die Unmengen von Pilgern unterbringen, die täglich hierher strömen. Man sollte sich auch das soziale Wunder des Heiligen ansehen: das Trosthaus der Leidenden mit der Mahnung „Keine Schulden, nicht mal eine Lira“. Padre Pio geling es, allein durch Spenden von Gläubigen, ein Kurhaus zu errichten. Dieses Kurhaus ist auch heute noch eine der modernsten Strukturen dieser Art in Italien, Beispiel in aller Welt für wissenschaftliche Qualität und menschlicher Nächstenliebe.