Brindisi.
Auch heute noch führen fast alle Routen nach Griechenland und den östlichen Ländern über Brindisi. Anmutige Landschaften im Landesinneren und interessante Badeorte an der Küste.
Brindisi
Die Stadt Brindisi liegt direkt an der adriatischen Küste der Salentinischen Halbinsel. Sie erhebt sich inmitten zweier tiefer Einbuchtungen, die mit dem offenen Meer durch einen tiefen Kanal verbunden sind. Der Hafen der Stadt ist dank der Lage einer der wichtigsten Italiens. Von hier aus legen regelmäßig Fähren Richtung Griechenland ab. Unter den vielen Monumenten der Stadt sollte man die romanische Kirche di S. Giovanni al Sepolcro und das Schloss Svevo nicht verpassen.
Das Landschaftsbild
Das Land der Provinz verläuft überall abwärts Richtung Meer, Ausnahme bildet hierbei das Gebiet der Murge. Die höchsten Erhebungen findet man in den Wäldern von Fassano und in der Gemeinde Cisternio.
Die Ortschaften der Provinz unterscheiden sich von einander in ihrer Kunst, Geschichte und äußerem Aussehen. An der Küste, in der Umgebung von Savelletri, liegt die verlassene Stadt Egnazia. Die Ortschaft wird von Orazio als letzte Etappe seiner Reise von Rom nach Brindisi erwähnt. Ausgrabungen haben hier zahlreiche wertvolle Fundstücke zu Tage gebracht. An der Grenze zu dieser Zone kann man das archäologische Museum besichtigen, das in seinen elf Sälen u.a. Materialien aus der Bronzezeit und Bodenmosaike aus Taranto ausstellt. Ein bisschen weiter südlich findet man die Thermen von Torre Canne. Die therapeutisch wirkenden Wasser sind besonders bei Leber-, Gallen- und Harnwegprobleme zu empfehlen. Auf den Gipfel von drei Hügeln an der Küste, erhebt sich in einem Meer von Olivenhainen die Ortschaft Ostuni. Charakteristisch für Ostuni sind die weißen Häuser und die engen Gassen. Wenn wir weiterziehen treffen wir auf Cisternino, die Hauptstadt des Itria – Tals, wo man das uralte Kloster Madonna d´Ibernia findet. Erwähnenswert ist auch Francavilla Fontana, dessen Gemeindehaus einer der schönsten Palazzi der Renaissance der Provinz ist.
Der Safarizoo
Verlässt man das graziöse und saubere Städtchen Fassano, das am Fuße der Murgia dei trulli liegt, erreicht man nach etwa einem Kilometer den größten Tierpark Italiens. Auf einer Fläche von 140 ha. findet man in diesem Zoo die meisten geschützten Tierarten Europas. An dem Safarizoo ist der Attraktionspark Fasanolandia angeschlossen.
“Candine” und “Putèe”
Noch heute werden so die Gasthäuser in Mittel- und Südapulien genannt, die sich weigern auf Massenabfertigung und Fast Food umzustellen. Vor allem außerhalb der Stadt Brindisi kann man solche klassische Wirtshäuser finden, in denen man die typischen Gerichte der Region serviert bekommt. Eine dieser Ortschaften in denen man Candine findet ist Ceglie Messapico. Der Ort ist etwa 38 km von Brindisi entfernt und es scheint, als ob hier die Zeit im VII Jh. v. Chr. stehen geblieben wäre. Die Ortschaft Ceglie verblüfft durch die vielen weißen Häuser, die alle in einer Reihe aneinander gereiht sind. Diese Kette wird nur durch die zauberhafte Piazzetta unterbrochen.
Weine
In den Gemeinden Loccorotondo (auf einer felsigen Erhebung gelegen; von dort genießt man ein traumhaftes Panorama auf das Itria -Tal mit seinen trulli), Costernino und Fassano wird der Weißwein Locorotondo hergestellt. Dieser klare und delikate Wein zeichnet sich durch seine gelb-grünliche Farbe und den fruchtigen Geschmack aus.
Die Schlösser Brindisis
Die Umgebung von Brindisi wurde seit antiken Zeiten von den Messapi besiedelt. Die Landschaft ist durch sanfte Hügel charakterisiert, die das Endstehen von Siedlungen begünstigt haben. Die Ortschaften Mesagne, Oria und Ceglie Messapica sind heute vor allem durch ihre prächtigen Schlösser (aus Zeiten der Hohenstaufer und Normannen) bekannt. Das Schloss in Mesagne wurde im Jahre 1062 im Auftrag von Roberto Guiscardo erbaut. Später wurde es gemeinsam mit dem ganzen Dorf von den Sarazenen, unter dem Herrscher Manfredi, zerstört. Manfredi selbt gab 1254 den Auftrag für den Wiederaufbau des Schlosses, das nun mit hohen Türmen, Mauern und Gräben versehen wurde. Das Schloss von Oria dagegen wurde in den Jahren von 1227 und 1233 im Auftrag von Friedrich II von Hohenstaufern erbaut. Das dreieckige Bauwerk auf der Akropoli von Messapica wurde erst im XVI Jh. fertig gestellt.
Das monumentale mittelalterliche Schloss von Ceglia Messapica findet man im Zentrum der Ortschaft. Es wurde zur Zeit der Normannen und Hohenstaufer im Auftrag des Herzogs von Ceglie, Francesco Sanseverino, errichtet. In dem prächtigen Anwesen der frühen Renaissance fällt vor allem eine elegante Treppe mit Balustrade im Innenhof auf. Sie ist kunstvoll in Felsgestein eingehauen und führt direkt in das königliche Stockwerk des rechten Flügels des Schlosses.
Volklore und Traditionen
In Brindisi gedenkt man an Fronleichnam dem Aufenthalt von Louis IX, dem König von Franreich der später heilig gesprochen wurde. Der Adelige wurde damals vom Bischof auf einem weißen Pferd empfangen. Auch heute zieht an Fronleichnam ein geschmücktes weißes Pferd durch die Gassen von Brindisi. Am Meer der Stadt wird ein Halt eingelegt um es zu segnen.
In Ostuni feiert man das Fest des Schutzpatrons Oronzo. Damit gedenkt man dem Ende der Pestepidemie im Jahre 1665. Der Legende nach sollen beharrliche Anflehung des Schutzheiligen zum plötzlichen Ende der Pest geführt haben. Seitdem wird jährlich eine Danksprozession abgehalten, wobei die Statue des Heiligen von Rittern, in glänzenden Kostümen und auf geschmückten Pferden reitend, beschützt wird.
Essen und Trinken
Die Küche der Provinz unterscheidet sich nicht wesentlich von der ihrer Region. Das Gebiet um die Küste ist natürlich von der Nähe zum Meer beeinflusst. Besonders wichtig ist der Obst- und Gemüseanbau. Renommiert haben sich in besonderer Weise die Artischocken von Massagne, welche in der lokalen Küche zum Zubereiten von sehr vielen Gerichten verwendet wird.