Bari.
Im Zentrum der adriatischen Küste Apuliens gelegen, findet man die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und der gesamten Region Apulien. Im Gebiet der Provinz stößt man auf einen interessanten Mix von Kunst und Natur. An der Küste findet man wunderschöne weite und einsame Strände. Etwas weiter im Landinnern wird das Panorama zusammengesetzt von Olivenhainen, Weinbergen, Wäldern und den antiken “trulli“ (Bauernhäuschen). Das Ganze wird vervollständigt durch einen riesigen Schatz von architektonischen Meisterwerken.
Unvergleichliche Natur
Wenn wir uns von der Stadt Bari entfernen, erreichen wir die Hochebene der Murge. Dieses Gebiet ist vor allem im südlichen Teil sehr felsig. In den Abhängen wurden Terrassen angelegt, die sich ideal für landwirtschaftliche Zwecke eignen. Das Gebiet wird auch “Land der Grotten und Trulli“ genannt. Zahlreiche dieser charakteristischen Häuschen finden wir in der Umgebung von Alberobello. In Castellana befindet sich eine der bekanntesten und gleichzeitig schönsten Grotten Italiens. In dieser fantastischen Hochebene kann man aber noch viel mehr entdecken: die Ortschaft Barletta mit seinem mittelalterlichen Ortskern und einem im Meer erbauten ( zwischen XV und XVIII Jh.) Ortsteil; Trani, das antike Tyrenum, das der Legende nach von Tirreno gegründet worden sein soll, ist heute vor allem für den Weinanbau und seine Badeanlagen bekannt; Bisceglie, Touristenzentrum und für den Obst-, Oliven- und Weinanbau bekannt; Molfetta, früher Melphicta genannt, entzückt durch den mittelalterlichen Ortskern der auf einer kleinen Halbinsel gebaut ist; Monopoli, malerische Fischerortschaft an der adriatischen Küste. Fast an der Grenze zur Region Basilikata liegt Altamura. Die Ortschaft entstand zu Beginn des 13. Jh. in der Nähe einer Kathedrale. Besonders schön sind die Kreuzgänge die man in der Kathedrale besichtigen kann. In der Nähe von Alberobello liegt Murgia dei Trulli. Hier sollte man auf alle Fälle Locorotondo besichtigen und den gleichnamigen Wein probieren.
Die Geschmäcker Baris
Die Küche der Region orientiert sich sehr an alten Traditionen. Klassisch sind hier natürlich Fischgerichte, aber die Küche ist auch eng mit den Produkten der umliegenden Felder verbunden. Typische Gerichte sind: orecchiette alle cime di rapa (Nudeln mit Rüben) und involtini di coratelle. Als Beilage wird vor allem das schmackhafte lokale Gemüse verwendet wie Rüben oder wilder Zwiebel. Das typischste Produkt der meisterhaften Käseproduktion ist die Burrata, die man fast nur in der Region Apulien kaufen kann. Das bekannte Brot “pane d´Altamura“ stammt ebenso aus der Provinz Bari.
Feste und Traditionen
Das mit Sicherheit bekannteste Fest der Region wird in Bari zu Ehren des heiligen Nikolaus abgehalten. Die Feier findet hier seit dem Jahr 1087 statt, als 45 junge Seemänner aus Bari es schafften, die zuvor gestohlenen Gebeine von Nikolaus aus Myra (Kleinasien) zurückzuholen. Noch im selben Jahr begann man mit dem Bau einer Kirche zu Ehren des Heiligen, die im Jahr 1089 von Papst Urban II gesegnet wurde. Seitdem befinden sich die Gebeine unter dem Altar dieser Kirche. Das Fest wird jährlich am 8. Mai abgehalten (streng nach dem mittelalterlichen Kalender).
Unzählige Pilger, vor allem aus dem Süden Italiens, begeben sich zunächst zur Basilika, an der die traditionelle Verteilung von Brot stattfindet. Mit diesem Ritual wird an die Zeit gedacht, als die Basilika finanziell nicht in der Lage den armen Pilgern eine Mahlzeit anzubieten. Danach führt ein Umzug durch die Stadt, an dem das Abenteuer der jungen Männer in Kleinasien nacherzählt wird. Am Tag danach findet die feierlichste und spektakulärste Prozession statt. Dabei wird die Statue des heiligen Nikolaus von der Kathedrale zum Hafen gebracht. Am Hafen wird die Statue auf ein Fischerboot geladen, das dann mit ihr ins offene Meer hinausfährt. Noch am selben Abend kehrt das Boot mit der Statue in den Hafen zurück, wo man die Rückkehr festlich feiert. In Molfetta feiert man die “Heilige Woche“ mit zwei Prozessionen. Die erste davon wird “Cinque Misteri“(5 Geheimnisse) genannt, die zweite “Pietá“ (Erbarmen). In der ersten Prozession werden wertvolle hölzerne Statuen getragen, die aus dem 16. Jh. stammen und Jesus auf seinem Leidensweg zeigen. In der zweiten Prozession werden die sieben Hauptfiguren des Leidensweg mit Statuen aus Pappmache dargestellt. In Putignano findet einer der ältesten Karnevale statt, der gleichzeitig der Karneval mit der längsten Dauer ist. Er beginnt am 26. Dezember und endet am “Karnevalsdienstag“. Zur Eröffnung werden von Poeten bekannte Personen der Stadt verhöhnt. An den Festtagen ziehen zahlreiche Festwagen mit maskierten Gruppen durch die Straßen der Stadt. Die Karnevalszeit wird mit einem Feuer beendet, welches das Ende allen Übels symbolisieren soll.
Das Nachtleben
Den Liebhabern des Nachtlebens sind vor allem die Stadt Bari und die Ortschaften an der Küste um Monopoli zu empfehlen. Zahlreiche Diskotheken und Lokale warten hier auf den Besucher. Bei einem so breiten Angebot an Möglichkeiten wird man sprichwörtlich vor die Qual der Wahl gestellt.
Die Architektur
Wandert man durch das Gebiet der Provinz Bari, fallen einem vor allem die Gebäude im romanischen (romanico pugliese) Stil auf. Dieser Baustil hat seinen Ursprung in den letzten Jahrzehnten des XI Jahrhunderts. Nach der Eroberung der letzten Gebiete der Byzantiner durch die Normannen, begünstigte ihre Anwesenheit die “latinizzazione“, welche die katholische Kirche anstrebte. Unter den vielen Sehenswürdigkeiten die das Land zu bieten hat, sollte man auf keine Fall die Kathedralen von Giovinazzo, Bisceglie, Trani und Bitono verpassen, die um XI und XII Jh. erbaut wurden. Aber auch die Kathedrale von Ruvo di Puglia (erbaut in der Epoche Friedrichs), die Basilika del Santo Sepolcro in Barletta (im gotischen Ziel im 13. Jh. erbaut), der alte Dom in Molfetta (aus dem XII Jh.) und die Kathedrale in Canosa di Puglia sind mehr als sehenswert. Alle typischen Merkmale des romanicom pugliese weist die Basilica di San Nicola in Bari auf. Reist man von Hügel zu Hügel, von Kathedrale zu Kathedrale, gelangt man schließlich zu einem architektonischen Meisterwerk, dem Schloss Castel del Monte von Friedrich II von Hohenstaufen. Die unvergleichliche Perfektion eines Oktogons bringt orientalische Atmosphäre in den gotischen Bau.