Aosta.
Das Aostatal liegt im Nordosten Italiens und besteht aus nur einer Provinz: Aosta.
Die Provinz liegt inmitten der höchsten Alpengipfel und ihre Hauptstadt, Aosta, wird nicht umsonst als „Rom der Alpen“ bezeichnet; unerwartet schöne Landstriche in einer friedvollen Atmosphäre warten nur darauf entdeckt zu werden!
Auf den Spuren von Kunst und Geschichte
Der antike Name des Landes, „Augusta Praetoria“, geht auf die Römer zurück, die diese Kolonie im Jahre 25 v. Chr. gründeten. Etwa 3000 Prätorianer errichteten am Zusammenfluss des Baches Buthier mit dem Fluss Dora die Kolonie. Der Augustusbogen, die „Porta Pretoria“ (Stadttor), das Theater, der Kryptoporticus (überwölbte Wandelhalle) und die Stadtmauer zeugen noch heute von der ehemaligen römischen Stadt. Auch das Mittelalter hat seine Spuren hinterlassen: die Stiftskirche Sant’Orso zum Beispiel; das Innere dieser riesigen Anlage, die das Stadtbild prägt, charakterisiert ein wunderschöner, bemalter, romanischer Kreuzgang.
Während Sie die Stadt verlassen, stoßen Sie immer wieder auf Teilstücke der antiken Römerstraße. Zu Fuß können Sie den Spuren der alten Römer zwischen Donnas und Bard folgen und eventuell weitergehen bis zu einem felsigen Abschnitt am Ufer der Dora, wo die Römer die Straße aus einem riesigen Felsen herausgehauen haben. Ein weiterer beeindruckender Abschnitt ist jener von Pierre Taillée, nach Runaz, in Richtung des Alpenpasses des Kleinen Sankt Bernhard. Über die schmale Schlucht führen eine Reihe von verwegenen Konstruktionen und in den Felsen gehauene Abschnitte.
Aosta wird oft auch als „Übergang im Nordosten“ bezeichnet, und zwar deshalb, weil die gesamte Provinz Jahrhunderte lang als eine der wichtigsten Transitrouten Europas galt. Über den Großen Sankt Bernhard ging auch der berühmte Pilgerweg nach Rom, die Via Francigena. Auch Napoleon und sein Heer kamen über diese Straße im Mai 1800 ins Land. Zu Fuß, mit dem Pferd oder mit dem Mountainbike (von Oktober bis Juni ist der Übergang für Autos gesperrt) können Sie, über die „napoelonische“ Straße, von der Ortschaft Saint-Rhémy aus, den Übergang bezwingen. Es erwartet Sie ein faszinierender Ausflug inmitten einer geschichtsträchtigen, bezaubernden Landschaft.
Wie der „Cromlech“ (Steinkreis, der wahrscheinlich für astronomische Zwecke diente) auf dem Kleinen Sankt Bernhard beweist, geht auch dieser Übergang auf längst vergangene Zeiten zurück. Aus der Epoche der Römer stammen auch ein „mansio“ (Raststation) und ein Tempel. Das antike Hospiz, in dem seit dem 2. Weltkrieg niemand mehr gelebt hatte, wurde erst vor Kurzem wieder hergerichtet und ist heute auch für das Publikum zugänglich. Auch den botanischen Garten „Chanousia“ kann man auf dem Hügel bewundern. Normalerweise ist die Straße von Ende Mai bis Ende Oktober geöffnet.
Aber nicht nur im Frühling und im Sommer lohnt sich ein Besuch in der Provinz: perfekt ausgebaute Liftanlagen und Pisten locken unzählige Wintersportler an; Von Gressonay aus zum Beispiel gelangen Sie mit den Schiern auf das Vorgebirge des Monterosa und überqueren dabei die drei Täler St. Vincent, Courmayer oder Cogne. Cogne, mit seinen über 70 Pistenkilometern, wird auch als die „Königin des Langlaufsports“ bezeichnet. Schitouren und Abfahrten im freien Gelände sind perfekte Möglichkeiten das herrliche Gebiet zu erkunden und genießen.
Essen und Trinken
Aushängeschild der Gastronomie des Aostatals ist der Fontina-Käse; ebenso köstlich sind die „costolette alla valdostana“ (Kalbskotelett) und die „polenta concia“ (Polenta mit Schweinewürsten und Hackfleisch). In einer Gebirgsregion fehlen natürlich auch die Wildgerichte nicht: „camoscio in salmí“, auch „civet“ genannt (scharfes Wildragout), „mocetta“ (Dörrfleisch von der Gämse) und die „carbonade“ (Art Rindfleisch-Zwiebelschmortopf).
Die Weine der Provinz weisen alle die Bezeichnung „Valle d’Aosta/Vallée d’Aoste“ auf. Jede Weingegend hat ihre typische Weinsorte: das Valdigne den „Blanc de Morgex et la sall“; im zentralen Gebiet wird der Weißwein „Chambave Moscato“, den es auch als Likörwein gibt, angebaut; aus den vorderen Gebieten kommen die Rotweine „Arnad-Montjovet superiore“ und der „Donnas“. Die wichtigsten einheimischen Liköre sind der „Genepì" und der „Herbelet“.
Veranstaltungen
Nicht versäumen sollte man die großen Volksfeste „Fiera di San’Orso“ in Aosta zwischen 30. und 31. Januar, die „Battaglia delle regine“ am 15. August und die „Fiera dell’Artigianato Tipico Valdostano“ (Ausstellung lokaler Handwerkskung) am ersten Samstag vor Maria Himmelfahrt bzw. früher, wenn dieser Feiertag auf den 13. oder 14. August fällt.
In Brissogne feiert man am 1. Mai das beliebte Volksfest „fiolet“. Von Mitte Juli bis Mitte August hat man in Cogne im Zuge des Festes „veglia“ die Möglichkeit, typische Gerichte zu verkosten. In Chambave wird am letzten Sonntag im September die „Sagra dell’Uva“ (Traubenfest) veranstaltet, in Champorcher die „Sagra del pane nero“ (Fest des Schwarzbrotes).