Venedig. Venedig ist unumstritten eines DER kulturellen Highlights
Italiens. Und wohl das romantischste noch dazu - wer
träumt nicht von Flitterwochen in Venedig? Besucher
aus aller Welt schätzen die unvergleichliche
Lagunenstadt für ihr einzigartiges Flair - und
genießen es bei einer Gondelfahrt durch die
Kanäle Venedigs mit seinen mehr als 400 Brücken;
oder schlendern durch das für Nichtvenezianer
unübersehbare Gewirr aus Gassen (manche davon
kaum mehr als einen halben Meter breit), Plätzen
und Colonnaden.
Gesundes Mißtrauen ist angebracht gegenüber
jedem Nichtvenzianer, der da behauptet, er kenne eine
"tolle Abkürzung".
Venedig erreicht man klassischerweise am besten mit
dem Schiff (z.B. von Jesolo oder Caorle). Vom Meer
kommend erschließt sich diese Perle der Adria ungleich besser als für die jenigen, die eine
profane Anreise mit dem Auto vorziehen (Parkhaus ~
35 Euro / Tag).
Venedig ist einer der wichtigsten Seehäfen des
Mittelmeers und ein weltliches Kunstzentrum (u.a.
Biennale). Es gibt dort mehr zu besichtigen, als man
vermutlich in einem einzigen Leben sehen könnte.
Das
üblich touristische Pflichtprogramm ist.
Die Basilika und den Glockenturm
des Hl. Markus am Markusplatz.
Im Inneren befinden sich viele Kunstwerke. Sehr
sehenswert ist auch das Mosaik am Boden der Basilika.
Erklimmen Sie den Campanile
(wenn nötig mit dem Lift)
bietet eine phantastische Aussicht auf die Stadt...
Der mittelalterliche Palazzo Ducale /
Dogenpalast
Rialto Brücke
die Brücke dei Sospiri
das Stadtmuseum, im Innenhof der Palast Rezzonico,
wo sich Ausstattungen, Köstume, Kunstwerke
und Bilder befinden
das Schiffsmuseum mit Schiffmodellen, Waffen und
Bildern der Marine von Venedig
Sammlung Peggy Guggenheim
Die Inseln Murano, bekannt für Glasgegenstände
Burano, berühmt für Spitzen
oder schippern Sie mit einer Gondel über
den Canal Grande
Glockenturm
- Campanile.
Allein das Fundament des Campanile ruht auf 100.000
Baumstämmen. Am 13. Juli 1902 zeigte er im mittleren
Teil plötzlich Risse. Die Umgebung wurde in weiser
Voraussicht abgesperrt, am 14. Juli stürzte er
ein. Wie durch ein Wunder kamen die umliegenden Gebäude
nicht zu Schaden.
Für seine Wiedererrichtung spendete unter anderem
ein reicher Amerikaner allein 1/2 Mio. Goldlire (~
1 Mio. €). Am 25. April 1912, demselben Tag der
Grundsteinlegung des alten Turmes im Jahr 912, wurde
er - visionär mit einem Aufzug versehen - und
feierlich wieder eingeweiht.
Die berühmteste seiner fünf Glocken heißt
Marangona, die z.B. stets am Faschingsdienstag den
Karneval ausläutet.
Kleine Anekdote am Rande: Derselbe Campanile ist
es, auf den Kaiser Friedrich III. im Anschluß
an einen Empfang beim Dogen mit seinem Schimmel die
Treppe hinaufritt (damals hatte der Turm noch eine
Wendeltreppe), um von dort auf den Dogen hinabblicken
zu können.
Wer den Dogenpalast kennt, weiß, daß vom
Innenhof nur Treppen zum Dogen hinauf führen.
Für Friedrich wohl eine eher unangebrachte Symbolik,
so daß er mit seinem Ausritt die Dinge wieder
in die richtigen Proportionen rückte.
Markusplatz
- Piazza San Marco.
Im Jahr 1000 war der Markusplatz noch ein Nutzgarten.
Erst im 12. Jh. nahm er seine heutigen Dimensionen
an.
Man umstellte den Platz mit Häusern und Palästen
und er wurde gepflastert. Es enstand die Piazzetta
mit ihrem marmornen Gestade und den 2 riesigen orientalischen
Granitsäulen, auf die später der Markuslöwe
und der Hl. Theodor kamen.
Während der Renaissance wurden zu seiner rechten
Seite die alten Prokuratien und der Glockenturm als
Wehr- und Leuchtturm errichtet. Im 16. Jh. erbaute
V. Scamozzi an der linken Seite die Neuen Prokuratien.
Unter Napoleon wurden im 19. Jh. anstelle der Kirche
S. Geminiano die Procuratie Novissime gegenüber
der Markuskirche, die den Platz bekrönt, errichtet.
Dogenpalast
- Palazzo dei dogi.
Der Dogenpalast war der Wohnsitz des Dogen mit seinen
Privatgemächern, Sitz der Regierung mit Amtsräumen
und Gerichtshof mit den Staaatsgefängnissen im
Dachgeschoss (piombi) und im Erdgeschoss (bozzi) der
Erlauchten Republik.
Mit dem jetzigen Bau begann man im 14. Jahrhundert.
Seine gotische Außenfassade stellt alle Grundregeln
der Baukunst auf den Kopf, da der leichtere, luftige
Teil, also Portikus und Bogengang, aus dem Boden sozusagen
herauswächst und den schwereren Teil, die Mauern,
hebt und stützt.
Der Dogenpalast ist heute ein Museum.
Canale
Grande.
Der Canale Grande ist die Hauptstraße Venedigs,
3,5 km lang und eine der eigenartigsten der Welt,
dank der Schönheit der Paläste, die seine
Ufer säumen.
Jeder der 200 Paläste ist für sich ein
echtes, wahrhaft „syntaktisches“ Glied,
das in enger sprachlicher Verbindung mit dem Kanal
und mit der ganzen Stadt ringsum steht. Der Kanal
fließt zwischen den Palästen und führt
mit ihnen einen farbenreichen Dialog.
Die gewundene, biegungsreiche Wasserstraße schafft
unaufhörlich perpektivische Einschnitte und Fluchtpunkte
durch die Öffnungen der unzähligen Zuflüsse
und Tochterkanäle sowie durch die Plätze,
die sich überraschend auftun, und die Bogenöffnungen
der Fenster, die die weiten Säle im Inneren der
Paläste verraten.
Diese Seitenkanäle münden schräg zum
Hauptarm. Die ursprünglichen, natürlichen
Zuflüsse wurden so in eine wunderbare architektonische
Schöpfung eingefügt.
Das bezaubernde, malerische Hell-Dunkel an den Fassaden
und Wänden der Paläste wird so in die Tiefe
projiziert und gebrochen. Man denke dabei z.B. an
die
Ca‘ d‘Oro, vielleicht das berühmteste
Gebäude am Kanal. Es muss jedoch hinzugefügt
werden, dass die Ca‘ d‘Oro ein unvollendetest
Werk lombarischer Meister ist, da ihre Fassade nicht
die übliche Dreiteilung aufweist.
Ebenso erging es dem Palazzo Dario. Zum Vergleich
genügt es andere gotische Bauten zu betrachten,
wie die Paläste Foscari, Giustinian, Pisani-Moretta,
die grundsätzlich die Dreiteilung aufweisen.
Venetisch-byzantinische Spuren weist der Fondaco
dei Turchi aus der ersten Hälfte des 13. Jhs.
auf. Er besteht aus einem breiten, zweistöckigen
Portikus zwischen zwei seitlichen Türmen, das
bedeutenste Beispiel für die Übertragung
der römischen Villentypologie in die Bauformen
der Lagune.
Seine Fassade bildet eine einzige Oberflächenkomposition
über dem Wasser.
Ungefähr aus derselben Zeit stammt der Palazzo
Loredan, der einst mit Marmor aus Konstantinopel geschmückt
war. Auch die Paläste Grimani und Balbi zeigen
ähnliche Fassaden, die Fläche für den
Widerschein von Wasser und Licht bieten.
Diese venezianische Farbigkeit zeigen im 17. und
18. Jh. zwei hinreißende Werke Longhenas, nämlich
die Ca‘ Pesaro und die Ca‘ Rezzonico.
Die berühmtesten Familien Venedigs zeigten am
Kanal mit ihren großartigen Palästen aus
Stein ihren Reichtum und Ruhm.
Übrigens, wussten Sie, dass er im 14. Jh. einmal
komplett eingetrocknet war?