Die Magie der Burgen der Malatestal.
Wenn man an die Adriaküste denkt, fällt
einem sofort Rimini ein, die Hauptstadt des Badeurlaubs
an der Küste. Rimini bietet dem Urlauber aber
neben dem Meer in und außerhalb der Saison auch
das Märchen, den Zauber der Legende, das Geheimnis
der Geschichte. Wenn man die Malatesta-Provinz durchstreift,
findet man wenige Schritte vom Meer Orte von großem
landschaftlichem, historischem und kunstgeschichtlichem
Reiz, die an die Taten Sigismondos erinnern, an die
stillen Schritte des hl. Franziskus, an das Exil Dantes.
Nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten hat Rimini
das Castel Sismondo, die prunkvolle Residenz Sigismondos,
wieder dem Publikum zugänglich gemacht; es dient
jetzt als Ausstellungsort. Wenn man von den Küstenorten
aus den Spuren der Herrscherdynastie folgen will,
hält man sich an das Marecchia- und das Conca-Tal.
Das uralte Land besitzt zahlreiche Festungen, Burgen,
Mauerringe und befestigte Dörfer, die eine Art
Verteidigungsgürtel um Rimini bilden. Die erste
Etappe auf der Reise ist die Festung von Santarcangelo,
in deren Hauptturm Galeotto Roberto, der Bruder Sigismondos,
starb. Weiter aufwärts am Marecchia stößt
man auf die Burg von Verucchio, die Il Mastin Vecchio
bauen ließ, der von Dante in der "Göttlichen
Komödie" erwähnte Stammvater der Malatesta.
Am gegenüberliegenden Talhang liegt Torriana
in strategisch günstiger Position, um Informationen
über das überwachte Gebiet nach Rimini zu
schicken und den Durchgang zu verwehren. Wenige Kilometer
weiter die geheimnisumwitterte Festung Montebello.
Im Conca-Tal bildete Montescudo mit seinen mächtigen,
unüberwindlichen Mauern das Verteidigungsbollwerk
für die Stadt Rimini. Aber der Lieblingssitz
der Malatesta war Montefiore: in der Festung waren
Könige, Fürsten und Päpste zu Gast.
Dann gibt es noch die Burg Mondaino, gleich hinter
dem eleganten Rundplatz, Austragungsort der Kämpfe
innerhalb der Familie, ebenso wie das von Galeotto
Malatesta erbaute Montegridolfo mit seiner noch völlig
intakten baulichen Anlage.