Die
traditionelle Küche der Ferienregion Adria/Friaul-Julisch Venetien.
Eine Mischung von Düften und Geschmäcken, die
auf ethnische und kulturelle Einflüsse zurückzuführen
ist: die hiesige Kochkunst ist das Kind des Gebietes (Meer,
Berge, Ebene, Hügel) und der Kulturen, so vielfältig
wie die Landschaft selbst.
Die Kochkunst des Friaul Julisch Venetien entsteht aus
der Vereinigung von drei großen Kochtraditionen: der
mitteleuropäischen, der venetischen und der slawischen,
zu denen sich die bodenständige gutbürgerliche
Küche aus der Gegend gesellt.
Botschafter der Region sind der Montasio-Käse und
der Schinken San Daniele, die wie das Öl des Triester
Karstes Produkte geschützter Herkunft (DOP) sind. Hinzu
kommen zahlreiche ausgezeichnete Produkte, die man einfach
mal kosten soll und die meistens handwerklich und in beschränkten
Mengen hergestellt werden. Um nur einige davon zu erwähnen:
der Tabor-Käse aus dem Karst-Plateau oder der geräucherte
Schinken aus Sauris, die Pitina (eine gewürzte Wurst)
aus der Gegend um Pordenone, die Bohnen aus dem Karn (jedes
Dorf stellt eine unterschiedliche Sorte her), der rohe Schinken
aus dem Karst, das Maismehl aus Mortegliano, das kaltgepresste
Olivenöl des Collio und der Östlichen Hügel.
Viele der typischen Speisen der Triester Küche gehen
auf die mitteleuropäische Tradition zurück: die
Iota (Bohnensuppe mit Kartoffeln und Kappes), der warme
gekochte Schinken im Brotmantel, die Porcina (verschiedene
gekochte Fleischsorten vom Schwein und Wurstwaren mit Sauerkraut,
Senf und Kren), das Gulasch, der Apfelstrudel, das Presnitz
oder der Cuguluf (ein Gugelhupf wienerischer Herkunft).
Genauso typisch sind Fleischgerichte: marinierte Sardinen,
Meeresspinnen (granzevola) nach Triester Art, Heuschreckenkrebs-Suppe
(canocchie), Klippfisch nach Triester Art, Fischsuppe, Scampi
Busara, geschmorte Tintenfische mit Polenta...
Fisch steht auch in Grado im Mittelpunkt, das –
wie alle Inseln – seine eigene, ganz besondere Küche
bewahrt hat (das typischste Gericht ist die sog. Boreto
graesano, eine erlesene Fischsuppe mit weißer Polenta,
hinzu kommen die Sardoni in saor, Fritto misto – frittierte
Meeresfrüchte und Fische – aus der Adria und
Tintenfische mit Tintensoße); das gleiche gilt für
Marano, bekannt durch seinen Fischmarkt.
Die Görzer Küche verdankt die eigenen Schmackhaftigkeit
und Ungewöhnlichkeit den jahrzehntelangen Einflüssen
aus dem deutschsprachigen Raum und aus den östlichen
Ländern, sowie venetischen Einflüssen: Zwetschgenknödel
mit Butter, Zimt und Zucker, Speckknödel, Leberknödel-
oder Grießknödelsuppe, Kaiserfleisch (geräuchertes
Schweinefleisch mit frisch geriebenem Kren und Sauerkraut),
Gulasch, Wild, Patate in tecia (mit Zwiebeln kurz angebratene
Kartoffeln), Chifel (frittierte Hörnchen aus Kartoffelteig);
unter den Süßspeisen erwähnen wir die Görzer
Gubana (anders als die aus den Tälern des Natisone,
weil in Görz Blätterteig verwendet wird), Putizza,
Pinza (traditioneller Osterfladen) und Palatschinken (Omeletten
mit Aprikosenmarmelade oder Schokolade).
Fleisch, Milchprodukte, Wurstwaren, Gemüse und Hülsenfrüchte
sind die Hauptzutaten der schmackhaften friaulischen Küche,
die auf einfachen Rezepten und naturreinen Produkten basiert.
Typisch friaulisch sind Frico (feingehobelter Bergkäse,
der in einer Pfanne langsam angebraten wird, bis er zu einer
Art angeschwollener Omelette wird; Kartoffeln oder Zwiebeln
können hinzugefügt werden), Musèt e Brovada
(Kochwurst mit in Most eingelegten Rüben), Gersten-
und Bohnensuppe sowie zahlreiche andere Suppen, die karnischen
Cjalsòns (eine Art Ravioli mit süß-saurer
Füllung), die Gubana (typische schneckenförmige
Süßspeise, gefüllt mit in Likör eingelegtem
Dörrobst, Rosinen, Zitronat).
Die Kochkunst der Gegend um Pordenone vereint Elemente
der venetischen und der friaulischen Küche: Gersten-
und Bohnensuppen, Reis mit Erbsen (Risi e bisi), Omeletten
sowie Wild- und Kleinviehgerichte. Typisch für die
Bergtäler sind die schmackhaften Gerichte wie die Pitina,
die „salame punta di coltello“ (an luftdichtem
Ort gereifter Speck mit handgespickter Salami) und die Brusale
(mit Pfeffer gewürzte, trockene Fleischstreifen).
Die
traditionelle Küche der Ferienregion Adria/Marken.
Die marchigianische Küche ist fest verwurzelt in der
bäuerlichen Tradition und bisher immun gegen tiefgefrorene
bastoncini di pesce (Fischstäbchen). Hier regiert die
häusliche Küche über die professionelle,
und selbst die feinsten Restaurants legen Wert darauf, Gerichte
anzubieten alla nonna, auf Großmutterart.
Erstklassige, frische Zutaten und ein Minimum an dekorativem
Drumherum, das kennzeichnet die marchigianische Küche.
Da aber die Gerichte ganz nach Tradition und nur mit heimischen
Zutaten zubereitet werden, hat jede Gegend ihre jeweils
eigene Küche.
Ausgiebig wird Gebrauch gemacht von allem, was Feld, Wald
und Wiesen zu bieten haben; Pilze, Wild, Nüsse, Wildkräuter
und - der größte kulinarische Schatz der Gegend
- Trüffel.
Man versucht, möglichst alles zu verwerten. So sind
denn einige der bekanntesten Gerichte entstanden, indem
man etwa altes Brot aufbrauchen wollte, oder die weniger
attraktiven Teile eines geschlachteten Schweins nicht einfach
wegwerfen wollte. Daher ist es nicht verwunderlich. daß
man bei den Marchigiani privat oft besser ißt als
in den Restaurants.Seit jedoch Touristen auch in die kleineren
Orte vorgedrungen sind, hat sich das Niveau der örtlichen
Restaurants merklich verbessert und dazu geführt, daß
längst vergessene traditionelle Gerichte wieder neu
entdeckt wurden.
Die alten Bezeichnungen ristorante, trattoria und osteria
sind in den letzten Jahren fast austauschbar geworden.Viele
der feinsten und teuersten Restaurants nennen sich osterie
und legen ihren ganzen Stolz in die kreative Neuinterpretation
traditioneller Gerichte. Viele Restaurants sind dagegen
gleichzeitig Pizzerien; beachten Sie bitte, daß man
pizza gewöhnlich nur abends bekommt, wenn das Holzofenfeuer
brennt.
Ein ristorante hat im Allgemeinen eine geschriebene Speisekarte
und ein größeres Weinangebot. In trattorie, besonders
auf dem Land, kommt oft der Besitzer an den Tisch und rattert
in hohem Tempo die Speisekarte herunter. Wenn er dann Ihre
hilflosen Blicke sieht, wird oft von irgendwo hinten aus
der Küche ein Familienmitglied geholt, um Hilfe zu
leisten mit ein paar Brocken Englisch, Französisch
oder auch Deutsch. Manchmal war der Besitzer selbst früher
als Gastarbeiter in Deutschland oder in der Schweiz und
freut sich, Ihnen zu zeigen, daß er noch ein paar
Sätze behalten hat.
Oft ist man versucht, Gerichte zubestellen, die man vom
Namen her schon vom Italiener zu Hause kennt, und verpaßt
dadurch häufig die wirklich guten Dinge des Hauses.
Wenn Sie im Sommer oder im Frühherbst reisen, achten
Sie auf Plakate, die auf die lokale "sagra" hinweisen,
ein Fest rund um die kulinarische Spezialität eines
Ortes. Dort können Sie diese Besonderheit auf jede
erdenkliche Art zubereitet probieren. Einige der eigenartigsten
sagre finden Sie im Veranstaltungskalender von Marche Voyager.
Essen - Worauf Sie achten sollten....
Die Marchigiani essen mehr Fleisch als andere Italiener.
In vielen ländlichen Gegenden heißt ins Restaurant
gehen nichts anderes als riesige Mengen von auf Holzkohle
gegrilltem Fleisch - grigliata mista di carne - zu verputzen.
Sie können aber jederzeit an die Adriaküste ausweichen,
wo man mit den besten Fisch von ganz Italien bekommt. Drucken
Sie sich unsere Übersetzung der Speisekarte aus, so
wird das Bestellen ganz einfach.
Als antipasto sind geräucherter Schinken und lonza
(rohes gesalzenes Schweinefilet) unübertroffen. Wenn
Sie irgendwo ciauscolo sehen (eine weiche geräucherte
Schweinesalami), probieren Sie sie unbedingt. Der klassische
primo ist ein gut gefüllter Teller tagliatelle mit
sugo, normalerweise eine Fleischsoße. Ein ganz spezielles
Pastagericht der Gegend ist vincisgrassi, eine üppige
Lasagne ohne die sonst üblichen Tomaten.
Urbino ist bekannt für seine passatelli, eine Art
Fadennudeln aus Brotkrumen, Parmesankäse und Ei, die
in Brühe gekocht werden.
Abgesehen von dem überall angebotenen Fleisch alla
brace, vom Holzkohlengrill, sind leckere gefüllte Tauben
(piccione ripieno) und gekochtes Kaninchen mit Fenchel (coniglio
in porchetta) eine marchigianische Spezialität. In
einigen Gegenden schleichen sich auch gedünstete Schnecken
auf die Speisekarte.
Wenn Sie an der Küste sind, zumal in der Nähe
von Ancona, müssen Sie unbedingt brodetto probieren,
eine Art Fischsuppe, die mit 13 verschiedenen Fischsorten
zubereitet wird, keine mehr, keine weniger.
Immer gut sind spaghetti vongole (dünne Spaghetti
mit Babymuscheln) oder spaghetti allo scoglio „on
the rocks", mit verschiedenen Meeresfrüchten.
In den Nordmarken ißt man gern piadina, ein flacher
Teigfladen ohne Hefe, gefüllt mit Salami, Schinken,
Käse, gekochtem Spinat etc. Halten Sie danach Ausschau
in den kleinen Snackbars an der Straße.
Der pecorino-Käse aus Schafsmilch schmeckt in den
Marken hervorragend. Man ißt ihn am besten im Frühling
mit ganz jungen, rohen Saubohnen (fave). Fragen Sie auch
nach dem formaggio di fossa, einem würzigen Käse,
der in Kalksteinhöhlen eingemauert wird und dort heranreift.