Regionalpark Sirente Velino.
Von der Ortschaft Aielli führt, von der alten
Quelle abgehend, ein ungepflasterter Weg in die Weiden
und in die bebauten Felder, die von kleinen Bächen
durchfurcht werden. Wir befinden uns auf dem südlichen
Hang des Parkes, wegen des dort liegenden Fucinoses,
Marsica Fucense genannt, der seit einem Jahrhundert
ausgetrocknet ist und in eine intensiv bebaute Ebene
umgeformt wurde. In Richtung des Monte Etra steigend,
gelangen wir an das Kopfende der Gole di Aielli-Celano,
eine der größten Schluchten des Apennins,
in der sich Kolonien von typischen Vögeln der
Bergwelt verbreitet haben, wie die Alpendohle, die
Korallendohle und der Königsadler, welcher auf
den unnahbaren, schroffen Abhängen nistet. Die
rechte Seite des Canyons ist durch Grasweiden und
Buchenhaine auf steilen Abhängen charakterisiert,
die für die Wiedereinführung der Gemse sehr
geeignet sein würde. In der Gegend ist der Braunbär
marsicano mehrmals gesichtet worden, von dem einige
Exemplare im Sirente-Velino leben. Setzen wir die
Wanderung nach Nord-Nordosten fort, durchqueren wir
die Hochgebirgsweiden bis zum Gipfel des 2348 m hohen
Monte Sirente und gelangen an den Rand des über
8 km abfallenden Kalksteinwalles. Wir befinden uns
oberhalb des längsten (über 12 km) Buchenwaldes
der Apenninen.Hier lebt mit Gewißheit der Wolf
der Apenninen, der in der Umgebung von Goriano Valli
gesichtet wurde, der Hirsch, das Wildschwein und das
Reh sind Tierarten, die den Park wieder bevölkern.
Der Zutritt zur Valle Subequana, dem östlichen
Sektor des Parkes erfolgt über dem Fosso Pasqualetti-Pfad.
Ein steiler Abstieg führt von einem kühlen
Gebirgshabitat zu einer milden Landschaft des Flusses
Aterno. In diesen Wäldern von Sommereichen ist
die Fortpflanzung der Wildkatze nachgewiesen. Im Talgrund
nimmt die Anzahl der Stachelschweine zu, deren Anwesenheit
die Milde des Klimas des Tales bezeugt, wie sie bereits
von unseren Vorvätern festgestellt wurde, und
deren Spuren von hohem archäologischen Interesse
sind. Zwischen Castel di Ieri, Goriano Sicoli, Castelvecchio
Subequo und Gagliano Aterno vermehren sich die Ausgrabungen,
die Beweise von reichen und entwickelten Kulturen
ans Licht bringen. Diese außerordentliche Mischung
von antropologischen und Umweltwerten hat als Motto
für den Park den Leisatz "Hier beschützen
wir Natur und Kultur" geprägt, der die Besucher
des Parkes zusammen mit der unverkennenbaren Spur
der Bärentatze, seinem Symbol, empfängt.